Maskenpflicht für Menschen mit Behinderung ab 27.04.2020

Pressemitteilung
Holger Kiesel
Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung
Winzererstraße 9, 80797 München
Telefon: 089 1261-2799 - Telefax: 089 1261-2453
Internet: http://www.behindertenbeauftragter.bayern.de
verantwortlich: Sandra Kissling-Thomas - E-Mail: behindertenbeauftragter@stmas.bayern.de
München, 24.04.2020


COVID-19: Information zur Maskenpflicht für Menschen mit Behinderung
ab 27.04.2020


Ministerpräsident Dr. Markus Söder hat in seiner Regierungserklärung am Montag,
20.04.2020 eine Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr und für Geschäfte in Bayern ab dem 27.04.2020 angekündigt.


Für viele Menschen mit Behinderung ist allerdings eine Maskenpflicht nicht einhaltbar.


„Es gibt viele, die aufgrund ihrer Behinderung keine Maske tragen können.
Sei es, weil sie nicht verstehen, warum sie eine Maske tragen müssen, oder
weil sie körperlich bedingt nichts über Mund und Nase tragen können. Es ist mir
deshalb sehr wichtig, dass diese Menschen von der Maskenpflicht ausgenommen
werden. Auch sie müssen weiterhin mit dem ÖPNV fahren und in Geschäften
einkaufen können. Wir haben deshalb beim bayerischen Gesundheitsministerium
nachgefragt und ich freue mich, dass es hier eine Ausnahmeregelung gibt“,
so Holger Kiesel, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für die Belange
von Menschen mit Behinderung.


Das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat sich zur Maskenpflicht folgendermaßen geäußert:

„Eine ausdrückliche Regelung, die Menschen mit Behinderung von der Pflicht in den geöffneten Geschäften und bei der Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennahverkehrs und den hierzu gehörenden Einrichtungen -eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen befreit, gibt es nicht. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung muss ausnahmsweise dann nicht erfolgen, wenn dies aus ärztlicher Sicht (bspw. aufgrund dadurch entstehender Atemnot) im Einzelfall unzumutbar ist.
Sind Menschen aufgrund einer Behinderung nicht in der Lage, eine Mund-Nasen-
Bedeckung zu tragen, müssen diese eine Sanktionierung nicht befürchten. Entsprechende Einschränkungen sind durch die betroffene Person oder den Betreuer/Begleiter glaubhaft zu machen. Hierfür kann [beispielsweise] ein Schwerbehindertenausweis oder ein dies bestätigendes ärztliches Attest hilfreich sein.“
„Ich rege deshalb an, diese Information zu verbreiten, damit Menschen mit Behinderung in Bayern weiterhin einkaufen und mit dem ÖPNV fahren können. Wem es möglich ist eine Maske zu tragen, bitte ich dennoch dringend darum, dies auch zu tun. Wir sind noch nicht über den Berg und viele Menschen mit Behinderung gehören zur Risikogruppe! Helfen Sie mit!“, so Holger Kiesel abschließend.